Urheberrechts-Verletzung

Einleitung

Wer seine Fotos überraschend auf fremden Websites wieder findet wird sich automatisch Gedanken darüber machen, was nun zu tun ist. Nicht jeder fühlt sich geschmeichelt, wenn das eigene fotografische Werk ungefragt kopiert wird.

Für den Fall, dass eine zivilrechtliche Verfolgung der Urheberrechtsverletzung geplant ist befasse ich mich in diesem Tutorial nicht mit Informationen im Sinne einer Rechtsbehelfsbelehrung sondern auschliesslich mit den praktischen Möglichkeiten der Beweissicherung auf der Basis meiner langjährigen Erfahrung als WebWorker.

Anwaltssuche

Um im Streitfall Recht zu bekommen benötigen Sie einen Anwalt und werden naturgemäss darauf achten, einen fachlich qualifizierten Rechtsanwalt zu finden. Um Ihren Anwalt sofort mit relevanten Informationen zu versorgen könnten die folgenden Kapitel hilfreich sein.

Sie haben eine Kopie Ihres Fotos entdeckt?

Beweise für eine entdeckte Urheberrechtsverletzung zu sammeln ist der nächste Schritt:

1. Screenshots
Fertigen Sie einen Screenshot der Website an, auf der Ihr Foto Ihrer Meinung nach widerrechtlich eingebunden ist - und zwar möglichst vom kompletten Monitor mitsamt Anzeige des Datums und der Uhrzeit. Ein Programm wie PrintScreen kann Ihnen dabei helfen.

Bei einer Urheberrechtsverletzung kann es auf die Dauer der Nutzung Ihres Fotos ankommen. Daher können Sie diesen Schritt täglich wiederholen, solange das Foto auf der Website des Urheberrechtsverletzers online ist.

2. Komplette Website abspeichern
Es kann nicht schaden, die komplette Website auf der das Foto zu sehen ist, mit Datei/Seite speichern unter in ein Verzeichnis auf dem eigenen Rechner abzuspeichern.

3. Dauer der unberechtigten Nutzung
Für eine eventuelle spätere Berechnung kann die Dauer der unberechtigten Nutzung Ihres Fotos eine Rolle spielen. Wenn Sie sich nicht auf die Angabe des Kopierers verlassen wollen können Sie selbst prüfen, wie lange das Foto etwa online gewesen ist:

Die sogenannte Wayback Machine speichert Websites in vielen Versionen laufend in ein Archiv ab. Allerdings werden Bilder nicht mit eingebunden, sie sind daher nur im Quelltext zu finden. Wenn Sie sich nicht kundig fühlen die Quelltexte der gespeicherten Website zu prüfen bitten Sie ruhig jemanden das für Sie zu übernehmen. Falls mehrere Versionen der Website des Kopierers vorhanden sind kann man im Quelltext feststellen ab wann die Einbindung Ihres Fotos von der Wayback Machine registriert wurde.

Ist das wirklich Ihr Foto?

Sobald Sie entschlossen sind, eine Urheberrechtsverletzung zu verfolgen müssen Sie sich darüber Gedanken machen, wie Sie bei einer möglichen rechtlichen Auseinandersetzung beweisen können, dass das Foto wirklich von Ihnen stammt. Die nachfolgenden Punkte könnten hilfreich sein, um die Urheberschaft eines Digitalfotos nachzuweisen:

  • Sie befinden sich im Besitz der grösseren, digitalen Originaldatei, womöglich der RAW-Version

  • Ihr Foto enthält Ihre IPTC-Metadaten oder eine andere digitale Signatur, z.B.durch Digimarc Software.

  • Die EXIF-Dateien sind in Ihrer Originaldatei vorhanden

Es kann also sehr sinnvoll sein, Fotos nicht mit EXIF-Daten in Originalgrösse aber ohne digitale Signatur im Internet verfügbar zu machen um nicht später in Beweisnot zu geraten.

Wer betreibt die Website auf der mein Foto steht?

Sie möchten feststellen welche Person hinter der erkannten Urheberrechtsverletzung steckt, sprich: auf wessen Namen ist die Website, auf der das eigene Foto eingebunden ist, angemeldet? Auskunft hierüber geben folgende Stellen:

  • Das Impressum der Website, soweit vorhanden

  • Die Domainabfrage der DENIC sofern es sich um eine .de-Domain handelt

  • Eine sogenannte Whois-Abfrage bei Domains mit anderer Länderkennung, z.B. bei Whois.sc

Kosten ./. Nutzen Abwägung

Ihr Anwalt wird Ihnen ggf. sagen können, in welcher Höhe der Urheberechtsverletzer zur Kasse gebeten werden kann. Dabei kann es einen erheblichen Unterschied machen ob Sie auf Ihrer Website bereits Lizenzen für die Nutzung Ihrer Fotos anbieten die dann als Grundlage einer Berechnung dienen könnten oder z.B. die MFM-Honorarübersicht zur Berechnung heran gezogen wird.

Nachdem Sie diese Information erhalten haben können sie abwägen, ob sich ein Rechtsstreit lohnt, der teuer werden kann, wenn der Urheberrechtsverletzer seinen Wohnsitz im Ausland hat oder bereits als zahlungsunfähig gilt. Ggf. wird Ihr Anwalt für Sie eine Auskunft aus dem Schuldnerregister der Heimatstadt des Urheberrechtsverletzers einholen können.

Viel Glück!

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