Bilderklau verhindern

Einleitung

Bilderklau kann man am einfachsten dadurch verhindern, dass man keine Fotos im Internet veröffentlicht. Das ist natürlich für Fotografen keine Option. Die zweite, oft gewählte Methode ist das verschandeln des Fotos durch Wasserzeichen und auffällige Signaturen. Das allein hilft leider auch nicht immer und beeinträchtigt die Fotos deutlich.

An dieser Stelle möchte ich dringend davor warnen, fremde Grafiken einzubinden. Die möglichen finanziellen Konsequenzen können sehr unerfreulich sein. Da dies eigentlich allgemein bekannt ist aber trotzdem nach wie vor munter geklaut wird sollen die nachfolgenden Informationen Fotografen helfen, ihre Fotos besser zu schützen.

Wie kann ich gegen Bilderklau vorgehen?

  • Bilderklau erkennen - wie finde ich meine Fotos im Internet wieder?

  • Präventivmassnahmen - der Bilderklau wird erschwert oder verhindert

  • Nachträglich - der Bilderklau wird nachträglich abgestellt

Bilderklau erkennen

1. Bilderklau durch Deep-Links
Deep-Links sind Verlinkungen Ihres Fotos direkt von Ihrer Website auf einer fremden Website. Der Bilderdieb hostet das Foto also nicht selbst, sondern benutzt frecherweise auch gleich das vorhandene Bild auf Ihrem Webserver und verursacht damit auch noch Traffic, den Sie bezahlen müssen.

Deeplinking lässt sich einfach durch die Websitestatistik erkennen, die Ihr Provider Ihnen normalerweise zur Verfügung stellt, z.B. Webalizer. Sehen Sie sich dort die unter Referer aufgeführten Verlinkungen an und folgen Sie den Links, wenn Sie die Seiten nicht kennen. Sie können auch eine eigene Statistik - vorzugsweise chCounter - installieren um eine Refererauswertung online vornehmen zu können oder die Serverlogfiles mit geeigneten Programmen auslesen, z.B. Weblog Expert.

2. Bilderklau - die Fotos werden auf dem fremden Webserver gehostet
Geklaute Fotos die von den Bilderdieben selbst gehostet werden sind schwerer zu finden - der Aufwand ist erheblich höher. Dennoch gibts es verschiedene Möglichkeiten

2.1 Individueller Dateiname
Benennen Sie die Fotos so um, dass jedes Foto einen sehr individuellen Dateinamen erhält. Um Kopien des Fotos zu finden braucht man jetzt nur noch über Google nach dem von Ihnen vergebenen, einzigartigen Dateinamen zu suchen. Wenn der Bilderdieb das Foto nicht umbenannt hat, werden Sie fündig.

2.2 Google Bildersuche
Geben Sie ein passendes Suchwort in die Google Bildersuche ein das bezeichnet, was auf dem Foto zu sehen ist und kontrollieren Sie die angezeigten Ergebnisse. Das funktioniert allerdings nur dann, wenn der Bilderdieb sein Bildverzeichnis nicht per robots.txt gesperrt hat.

2.3 TinEye
Die Bildersuchmaschine TinEye versucht kostenlos, Kopien Ihrer Fotos zu finden und verspricht, sogar geänderte Versionen des Fotos ausfindig zu machen. Die Technologie von TinEye wird durch das nachfolgende Widged demonstriert. Um TinEye nutzen zu können, ist eine Registrierung notwendig. Die Bildersuchmaschine ist bisher in einer Beta-Version online und findet noch nicht verlässlich jede Kopie. Jedoch weitet sich der Datenbestand laufend aus. Mit einem Browserplugin lassen sich bequem alle Fotos einer Website an TinEye zur Kontrolle übermitteln.

Demonstration TinEye

Bilderklau von vorn herein verhindern

Um Bilderklau zu verhindert gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten die eines gemeinsam haben: Sie müssen sich an Ihre Serverdateien wagen und dort Änderungen vornehmen oder neue Dateien anlegen.

1. Rechtsklick sperren

Mit dieser Massnahme lassen sich nur unerfahrene Bilderdiebe davon abhalten, sich zu bedienen - es gibt schliesslich noch mehr Möglichkeiten!

Nachteil:Durch einem kundigen Blick in den Quelltext Ihrer Website lässt sich das Foto trotzdem finden weil der Pfad dorthin im Quelltext angegeben ist. Auch mit Datei/Seite speichern unter kann die komplette Website auf den Rechner gespeichert werden. Wer sich darauf nicht versteht, kann auch einfach einen Screenshot Ihrer Website anfertigen und sich das Foto dann dort ausschneiden.

Installation: Alles im Codefeld markieren/kopieren und in den <body> Tag jeder Webseite einfügen, die geschützt werden soll.

Code

2. Quelltext verschieben

Wer mit dem Rechtsklick nicht weiter kommt, wird möglicherweise in den Quelltext der Website schauen um zu sehen wo die angezeigten Bilder liegen und diese dann direkt aufrufen. Unerfahrene Bilderdiebe lassen sich möglicherweise dadurch verblüffen, dass sie keinen Quelltext sehen. Um diesen Effekt zu erzeugen, fügen Sie soviele Leerzeilen vor den sich öffnenden HTML-Tag ein, dass der erst angezeigt wird, wenn der Bilderdieb nach unten scrollt. Auf die Idee kommt allerdings nicht mehr jeder.

3. Galerie mit Benutzergruppensystem

Ein gutes oder sogar das beste Mittel um den unberechtigten Zugriff auf Ihre Fotos zu unterbinden ist eine gute Fotogalerie wie die Coppermine, die es durch ein Benutzergruppensystem von vorn herein verhindert, dass der anonyme Bildersurfer an Fotos in verwertbarer Grösse kommt. Je nach Konfiguration sieht ein Besucher nur ein zusätzlich durch automatisiert eingefügte Wasserzeichen verschandeltes Foto in einer Grösse, die die weitere Verwertung sinnlos macht. Nur registrierte oder speziell autorisierte Benutzergruppen haben dann Zugriff auf die Originaldateien oder Zwischengrössen.

Das ist ein besonders wichtiger Schutz denn jeder der sich ein Foto online anschaut hat es bereits auf seinem Rechner: im Browsercache. Dagegen hilft absolut gar nichts - ausser eben das von jedermann sichtbare Foto unattraktiv zu gestalten.

4. Fotos entwerten

Diese Massnahme verdient eigentlich Platz 1, ist aber unter Fotografen unbeliebt, weshalb ich sie erst unter den Vorschlag setze, eine Bildergalerie mit Benutzergruppenverwaltung einzusetzen.

Aber auch das verändern eines Fotos durch Signaturen oder Wasserzeichen wird meist noch fehlerhaft vorgenommen. Statt in schwungvollen Lettern Ihre Signatur, z.B.: P.Namenlos in das Foto zu setzen sollten Sie unbedingt die URL Ihrer Original-Website sowie Ihre Emailadresse benutzen. Besucher auf der Klauseite können sich dann sofort mit Ihnen in Verbindung setzen ohne lange zu suchen. Was glauben Sie was dagegen passiert, wenn auf dem Foto nur P.Namenlos als Signatur vorhanden ist? Richtig: gar nichts!

5. Einbindung eigener Fotos in fremde Websites

Unbedarfte Bilderdiebe ziehen es nicht selten vor, gleich auch noch Ihren Traffic mit zu benutzen um Ihr Foto auf der Klauseite anzuzeigen. Wie man das feststellt steht oben, wie man es verhindert wird hier gezeigt. Voraussetzung für die Umsetzung ist Webspace, auf dem eine .htaccess angelegt werden darf. Die Konfiguration der Datei unterliegt teilweise der Webserverkonfiguration.

5.1 Die Anzeige geklauter Fotos vom eigenen Webserver aus unterbinden (Deeplink)
Öffnen Sie Ihr Web und stellen Sie fest ob sich dort schon eine Datei namens .htaccess befindet. Falls nicht, legen Sie die Datei an indem Sie einen Editor öffnen und eine leere Datei mit genau dieser Schreibweise abspeichern und in Ihr Web laden, dorthin wo auch Ihre Homepage abgespeichert wird und deren index.php oder index.html liegt:

.htaccess

In die .htaccess wird jetzt eingetragen, auf welchen Websites Bilder von Ihrer eigenen Site angezeigt (eingebunden) werden dürfen. Zuerst einmal ist das natürlich die eigene Website - hier sollte die Angabe mit und ohne vorangestelltem www. stehen. Wenn eine URL auf dieser Liste nicht aufgeführt wird, wird das Bild ausgeblendet und ist nicht zu sehen. DeepLinking bzw. Hotlinking funktionieren dann nicht. Wenn Sie Suchmaschinen, z.B. Google, Ihr Bildverzeichnis durchsuchen lassen möchten, sollten Sie die URL der Suchmaschine in die Auflistung aufnehmen.

Code

6. Websauger und Spammer aussperren

Besonders gefährlich sind Websauger die nicht nur ein Bildchen klauen sondern gleich alles herunter saugen was sich in einem Web befindet. Allen voran ist die Software HTTrack Website Copier schwer zu bremsen, wenn sie nicht sofort explizit ausgesperrt wird. Es gibt aber noch diverse weitere Software die so etwas kann.

6.1 Bot-Trap installieren
Als optimalsten Schutz einer Website empfehle ich daher die Bot-Trap (Bot-Falle). Sie ist kostenlos und schützt die eigene Website vor Spammern und Anonymservern. Hilfe zum Einbinden findet man dort im Forum.

6.2 Webspammer und Sauger per .htaccess ausschliessen
Eine weitere Möglichkeit ist, diverse Spambots und Websauger per .htaccess auszusperren und auf eine Fakeseite weiter zu leiten. Dazu legt man eine LMAA-Seite an die z.B. lmaa.php heisst, speichert sie im Webroot und kopiert folgenden Code in die .htaccess:

Code

7. Google Bildersuchmaschine aussperren

Ein nicht unwesentlicher Anteil der Bilderklauer sucht über die Google Bildersuche nach einem passenden Foto. Sperrt man Google von den Bildverzeichnissen aus (z.B. per .htaccess) kommen automatisch auch weniger Besucher auf die Website. Wer auf diese Bildersucher verzichten kann und bereits den unter 5.1 genannten .htaccess-Bilderschutz installiert hat braucht jetzt nichts zu tun, auch Google kommt nicht mehr an die Fotos heran.

Wer keine .htaccess auf seinem Webserver installieren kann weil der Webhoster das untersagt sollte den wechseln und hilfsweise eine Datei namens robots.txt in sein Domainroot legen auf der allen "lieben Bots" gesagt wird, wohin sie nicht schauen dürfen. Böse Bots ignorieren die Datei jedoch, z.B. Websauger.

Es wird wieder mit einem Editor eine Datei angelegt und auf den Webserver geladen. Die Datei muss genau so heissen:

robots.txt

In der robots.txt können nur Verbote hinterlegt werden, bestimmte Dateien oder Verzeichnisse zu öffnen. Der nachfolgende Code sperrt den Bilder sammelnden Googlebot von einem Bildverzeichnis, das hier /images/ heisst, aus:

Code

Der Bilderklau ist erfolgt - was nun?

Haben alle Massnahmen nicht geholfen oder wurden zu spät eingeleitet um den Bilderklau zu verhindern, kann auch nachträglich eingegriffen werden.

1. Deeplinks / Hotlinks per Weiterleitung unterbinden
Mit dieser Massnahme sorgen wir dafür, dass ein auf einer fremden Website von unserer Site aus eingebundenes Foto nicht weiterhin gezeigt wird. Wann immer die Website den Link zu unserem Foto aufruft - also schon beim Laden der Website - kann sie auf eine andere Seite umgeleitet werden, beispielsweise auf eine Website zur Belehrung über das Urheberrecht. Den Spass sollten wir uns schon gönnen, oder? Also angenommen, es wird auf ein Foto von meiner Website mit folgender URL gelinkt: http://fotos-unterwegs.de/images/kohlmeise.jpg dann verlege ich den Speicherort der Kohlmeise oder benenne die Bilddatei um. Das muss unbedingt gemacht werden, damit wir nicht selbst in unsere eigene Falle tappen. Anschliessend trage ich folgendes in meine .htaccess ein:

Code

Die hier verwendete URL ist übrigens für alle sehr interessant, die sich über das Urheberrecht informieren möchten.

2. Einkommensverbesserung durch Bilderklau

Eigentlich die erfolgreichste aller Massnahmen ist es demjenigen, der ein eigenes Foto stiehlt und es auf seiner eigenen Website einsetzt, eine Rechnung zu senden die so hoch ist, dass von einer angemessenen Entschädigung gesprochen werden kann. Informationen über dieses Vorgehen und die Rechtslage dazu kann man sehr schön bei Online-Law.de nachlesen.

Impressum(C) CopyrightDatenschutzerklärung

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.