29.09.2014 Systemwechsel zu Olympus mFT

Umstieg auf Olympus Systemkameras

Nach sechs Jahren mit dem Canon EOS System, davon fünf Jahren mit zwei EOS 7D und später zusätzlich einer EOS 70D sowie einer EOS 100D und vielen ausgezeichneten Objektiven hatte ich das Gefühl, fotografisch einzufrieren. Viele Jahre ohne technische Innovation aber zum Teil erheblicher Schlepperei Kilo schwerer Objektive und Kameras setzten ein Umdenken in Gang. Mir fehlte schon lange die Lust, mich in meiner Freizeit noch mit schwerem Gerät zu belasten. Die Initialzündung, mich mit Olympus zu befassen erhielt ich durch diverse Kamerazeitschriften, die die Systemkamera Olympus OMD E-M1 auch im technischen Vergleich mit DSLR-Kameras weit vorne sahen.

Ein Systemwechsel - das bedeutete für mich eine völlige Neuorientierung denn mit Micro Four Thirds hatte ich mich bisher nicht sonderlich beschäftigt. Als der mFT Standard von Panasonic und Olympus begründet wurde und die ersten Geräte mit lichtschwachen Objektiven vorgestellt wurden hätte ich nie geglaubt, dass mFT mal eine echte Alternative zu den herkömmlichen DSLRs werden könnte. Wie ich inzwischen weiß, ist mein Umstieg in keiner Weise als origineller Einfall anzusehen - dieselbe Idee hatten schon viele Kollegen und Hobbyfotografen in 2014. Olympus geht in diesem Jahr von einer erheblichen Umsatzsteigerung aus, während CaNikon sehr viel weniger verkaufen als in den Vorjahren..

Schleppender Verkauf des Canon-Equipments

Aus den vergangenen Jahren kannte ich es eigentlich nicht anders als dass sich gut gebrauchtes Canon-Equipment zügig zu einem guten Preis wieder verkaufen ließ. Daher war die diesjährige Verkaufserfahrung frustrierend - der Bedarf scheint erheblich gesunken zu sein und mit ihm die erzielbaren Verkaufspreise. Es hat einige Wochen gedauert bis ich mein Equipment verkauft hatte. Mein Olympus-Händler hat mir schließlich eine der beiden EOS 7D und das EF 70-300 L IS USM noch abgekauft bzw. eingetauscht.

Olympus mFT Objektive

Sehr spannend war für mich zunächst die Frage, ob ich im Olympus-Objektivangebot passende, lichtstarke Zooms und Festbrennweiten finden würde. Schon das Kit zur E-M1, das neue, wie die E-M1 abgedichtete Zuiko 12-40mm f2.8 ist von ausgezeichneter Qualität. Auf Kleinbild hochgerechnet hat das Standard-Zoom-Objektiv eine Brennweite von 24-80mm.

Mir fehlt jetzt noch eine "Brot und Butter"-Optik, die mein 50-150mm f2.8 Sigma ersetzen kann. Erfreulicher Weise bringt Olympus im November das Zuiko 40-150mm f2.8 mit einem 1.4 Telekonverter in den Verkauf. Das Gerät habe ich sofort vorbestellt weil 80% meiner Fotos in diesem Brennweiten-Bereich liegen. Unglaublich, ein auf Kleinbild gerechnet 80-300mm Objektiv mit nur 760 Gramm (ohne Stativschelle) bei einer Lichtstärke von f2.8 nutzen zu können. Die Objektiv-Kamera-Kombi wiegt nur ca. 1.260 Gramm, während meine vorherige Standardkombination aus EOS 7D und Sigma 50-150mm f2.8 es auf 2.160 Gramm gebracht hat.

Für die meisten meiner Fotos nutze ich derzeit das Zuiko 75-300mm II - ein kleiner, schneller Telezoom mit unglaublicher Brennweite und guter Abbildungsleistung. Eigentlich als "Notlösung" gedacht bis die angekündigten, neuen Olympus-Objektive verfügbar sind hat es sich aber schon als sehr handliches "Immerdabei" unentbehrlich gemacht.

Für meine und die Ferienwohnungen meiner Kunden wird Anfang 2015 noch ein Zuiko 7-14mm f2.8 kommen. Zunächst habe ich mich daher mit einem Zuiko 9-18mm Weitwinkel ausgerüstet das zwar nicht lichtstark ist, dafür aber eine ausgezeichnete Bewertung bei Photozone erhalten hat. Dazu die ausgezeichneten Festbrennweiten 45mm und 75mm f1.8 und ein 60mm Makro mit f2.8.

Wenn 2015 noch das angekündigte Zuiko 300mm f4 in den Verkauf kommt, habe ich einen ausgezeichneten Ersatz für das EF 500 f4, das EF 400 f4 und EF 300 f4, das EF 70-200 f4, das EF 70-300 f5.6, EF-S 17-55 f2.8, EF 50mm f1.4, EF 60mm f2.8 Macro, die alle in meinem Besitz waren.

Fotografie mit der Olympus OM-D E-M1

Anfang August 2014 kam die E-M1 mit dem Kit ZUIKO 12-40mm f2.8 schließlich bei mir an. Vorsorglich hatte ich mir schon das Kamerahandbuch von Reinhard Wagner bestellt und mir die Konfiguration des Autofokus genauer angeschaut. Die E-M1 ist erfreulich umfangreich konfigurierbar - jedoch sollte man auch wissen, was man sich da einstellt denn der super schnelle Kontrast-Autofokus, den die Kamera an den Oly mFT-Objektiven hat, funktioniert einfach etwas anders als ich das bisher gewohnt war. Bis die optimale Einstellung für Sport und Tiere gefunden war, habe ich einige Stunden mit der Kamera sowohl im Büro gesessen - Forenbeiträge und Handbücher gelesen als auch mit ihr und meinen sechs kleinen Hunden draußen in Feld und Flur verbracht.

Ganz fein ist, dass ich wie gewohnt im manuellen Modus mit Auto-ISO arbeiten kann - das finde ich unverzichtbar bei frei oder auf Bahnen laufenden Tieren oder Sportlern, die schnell durch verschiedene Lichtzonen laufen. Da ich mit Offenblende fotografieren kann - die meisten mFT Objektive sind bei Offenblende optimal scharf - kann ich mich auf das zu fotografierende Objekt konzentrieren und brauche keinen Gedanken an die Belichtung zu verschwenden - das macht die Kamera ganz ausgezeichnet.

Der elektronische Sucher ist hell und scharf und kann umfangreich konfiguriert werden. Ich mag es, wenn wichtige Parameter im Sucher zu sehen sind. Zu Anfang hat es mich allerdings enorm gestört, dass das gerade geschossene Foto auch kurz im Sucher angezeigt wurde. Erst seit ich die Anzeige der Fotos im Monitor abgeschaltet habe (die ohnehin blanker Unsinn bei Serienbildaufnahmen sind), die Sucherbilder durch Firmware 2 erheblich schneller wechseln und der Autofokus deutlich markiert ist, bin ich mit dem Sucher ziemlich zufrieden. Ganz toll ist, dass ich im Sucher erkennen kann ob die Helligkeit in Ordnung ist. Wenn dort das Licht ausgeht wird es Zeit, eine langsamere Verschlusszeit einzustellen bzw. die zu erhöhen, wenn die Überbelichtungs-Warnung blinkt.

Alle wichtigen Parameter habe ich per Knopfdruck oder Rädchen sofort verändert. Der Autofokus lässt sich schnell aufrufen, verlegen oder auch die Auswahl und Größe sowie Funktionalität verstellen. Das verlegen des AF geschieht über das Steuerkreuz und benötigt etwas Übung - ein Joystick ist da deutlich einfacher zu handhaben. Aber letztlich ist auch das eine Sache der Gewöhnung - es dauert halt ein wenig, bis die neuen Griffe "sitzen".

Wie ist der Autofokus der Olympus OM-D E-M1 im Vergleich zu dem der Canon EOS 7D? Zunächst mal beeindruckend: die Oly hat 81 Sensorpunkte die einzeln angesteuert werden können. Der Bildgestaltung sind damit wenig Grenzen gesetzt weil die Schärfe ganz genau gesetzt werden kann. Der APS-S ist sehr schnell und sitzt sofort ohne pumpen. Man kann schneller arbeiten - der AF ist so schnell, dass der halb gedrückte Auslöser und der gedrückte Auslöser einen gleitenden Übergang bilden können.

Der fünffache Bildstabilisator in der Kamera hält das Sucherbild auch bei 300mm (600 mm KB !!!) noch für mich ausreichend ruhig. Man muss allerdings wissen, dass ein durch die Kamera stabilisiertes Sucherbild die Verwacklung durch den Fotografen deutlich anzeigt und damit genau einschätzbar ist, ob ein Bild noch "geht" oder nicht. Ich brauche für 600mm KB kein Stativ weil die Kamera ausgezeichnet stabilisiert und ich ruhige Hände habe. Außerdem halte ich nur noch einen Bruchteil des früheren Gewichts bei dieser Brennweite in den Händen - Muskelzittern wegen Überanstrengung ist da eher nicht zu befürchten.

Der APS-C der E-M1 ist nach meiner Einschätzung ähnlich zuverlässig wie der mir bekannte Servo-AF der EOS 7D. Je größer die Tiere werden desto problemloser ist die Fokussierung. So ist es zum Beispiel überhaupt kein Thema für den AF auf eine auf mich zu galoppierende Pferdeherde kontinuierlich scharf zu stellen, dabei gibt es praktisch keinen Ausschuss. Je kleiner, schneller und unberechenbarer die Tiere werden - ich denke gerade an meine 25-30cm kleinen, teils sehr schnellen Hunde im Freilauf - desto schwieriger ist es naturgemäß den Fokus auch noch auf das mir zugewandte Auge zu legen, das war aber auch schon vorher nicht einfach. Bei Menschen ist das übrigens kein Hexenwerk - auf das zugewandte Auge scharf zu stellen gehört zu den Fähigkeiten des Autofokus - und funktioniert verlässlich, wenn ein Gesicht erkannt wurde.


Ich vermute, dass die zwei in dem neuen 40-150mm f2.8 Zuiko Objektiv verbauten Ultraschallmotoren da nochmals einen Ruck in Richtung schnellerer, noch besserer Fokussierung auch bei sich schnell bewegenden Objekten bringen.

Danke...

für das Interesse, den Text zuende zu lesen. Bei den folgenden Beiträgen wird es mehr um die fotografischen Ergebnisse gehen - eigentlich das, worauf es letztlich ankommt. Interessant könnte z.B. das Testshooting im Vogelpark Walsrode sein - hier habe ich rauschen und APS-C gründlich getestet.

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