28.08.2014 mft Kamera für Naturfotografen

Das Rauschverhalten der Olympus OM-D E-M1

Heute wollte ich einmal meine Vorurteile ausleben und austesten, ob das Rauschverhalten des Olympus Sensors wirklich so katastrophal ist wie man in Foren liest. Da ich viele Jahre mit der Canon EOS7D unterwegs war, bin ich diesbezüglich nicht gerade verwöhnt.

Tatsächlich sehe ich einen Unterschied eher zugunsten der Olympus-Kamera und es ist nicht zu übersehen, dass die Olympus OM-D E-M1 einen höheren Dynamikumfang hat, wie inzwischen auch diverse Tests beweisen.

Um hohe ISO zu bekommen, musste ich die Verschlusszeit erheblich verkürzen aber das Ergebnis ist doch recht interessant. Besonders der Pfau ist für mich erfreulich besser als ich es kenne - das weiße Gefieder ist nicht ausgefressen sondern schön durchgezeichnet. Olympus macht es mir auch leicht - ich sehe im Sucher ganz genau ob ein Foto richtig belichtet ist oder eine Anpassung der Einstellungen erforderlich wird. Ich sehe im Sucher genau die Belichtung, die mein Bild haben wird. Durch die Auto-ISO Funktion auch im manuellen Modus kann ich mich auf die Bildgestaltung konzentrieren - wenn die Belichtung nicht passend gemacht werden kann, ist das sofort zu sehen.

Der Autofokus der Olympus E-M1

Gleich vorweg - der Kontrast-Autofokus der Olympus OM-D E-M1 funktioniert anders als der Phasen-Autofokus den ich bisher kannte. Mich damit anzufreunden hat einige Zeit gedauert und es hat viel Übung gebraucht um mit ihm klar zu kommen. Das Problem ist nicht der Kontrast-Autofokus an sich sondern, dass das AF-System nicht ganz so ausgereift ist wenn es um die Erkennung von Bewegung geht. Den Tracking-Modus kann man bei sich bewegenden Objekten vor unruhigem Hintergrund getrost vergessen, er gerät außer Kontrolle. Aber auch die eigentlich als Unterstützung gedachte C-AF Sperre, die die Bewegung eines sich bewegenden Objektes berechnen soll, geht eigene Wege. Attraktiv ist immer was wackelt - und wenn ein Hund mit erhobenem Schwanz läuft ist der Schwanz als Ziel des AF viel interessanter als der Kopf. Ergebnis: ein scharfer Schwanz, ein unscharfer Blick. Die C-AF Sperre sollte man daher bei sich bewegenden Objekten und APS-C abschalten wenn man den Fokus selbst platzieren möchte.

Der AF ist jedoch extrem schnell und zielsicher, wenn er Kontrastkanten findet und da gibt es recht wenige Situationen, in denen das nicht funktioniert. Nach meinem Eindruck ist die Serienbildrate nach dem letzte Update für das 40-150mm f2.8 Objektiv noch gestiegen - Olympus schweigt sich darüber aber bisher aus.

Wichtig ist darauf zu achten, dass die Serienbildgeschwindigkeit für den APS-C auf "L" mit maximal 6,5 Bildern pro Sekunde steht, nicht auf H. In der Stellung H kann man zwar mehr fps (Fotos pro Sekunde) schießen aber der Autofokus steuert immer den ersten Fokuspunkt der Auslösungsserie an was in der Regel zu unscharfen Ergebnissen außer beim ersten Bild führt.

Je kleiner die Zone ist, auf der der Fokus liegen soll, desto kleiner wähle ich das Fokusfeld. Bei kleinen Hunden nutze ich das kleinste Fokusfeld und da es nicht besonders gut im Sucher zu erkennen ist, lege ich es in die Mitte des Suchers, dorthin, wo auch die Lichtmessung stattfindet die deutlich durch einen gut erkennbaren Kreis gekennzeichnet ist. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass mein Objekt - z.B. ein Hund - optimal belichtet ist bei ohnehin sehr ausgewogener Dynamik über das gesamte Bild.

Je größer das Tier ist, desto eher bietet sich auch an ein größeres AF-Feld zu benutzen. Bei Pferden komme ich mit dem 9-er Feld sehr gut klar und zu scharfen Fotos. Auch hier auf jeden Fall bei abgeschalteter C-AF Sperre. Den Fokus manuell zu platzieren ist mit etwas Übung erfolgreicher, als die Wahl der Kamera zu überlassen.

APS-C und die Konfiguration

Vögel im Flug

Einen Vogel auf einer erkennbaren Flugbahn von links nach rechts und zurück zu fotografieren ist für einen geübten Fotografen nicht schwierig und auch die Olympus-Kamera stellt da keine Hürden auf. Mit dem 9-er Feld und sogar mit aktiver C-AF-Sperre ist das problemlos möglich.

Kein Tracking auf Vögel

Vögel in Flug zu fotografieren bedarf einiger Übung. Wenn die Kamera die Bewegung des Fotografen UND des Vogels ausgleichen kann, ist das schon sehr beeindruckend. Mit der Olympus OM-D E-M1 habe ich da am blauen Himmel bisher noch Schwierigkeiten. Der Fotograf ist eindeutig mehr gefragt als bei der EOS 7DX mit Servo-AF. Hinzu kommt mein Eindruck, dass die Kamera erheblich träger reagiert wenn alle Fokusfelder aktiviert werden - diese Hilfsmaßnahme führt eher dazu, die Rechenleistung der Kamera flachzulegen. Ein abschließendes Urteil konnte ich mir bei fliegenden Vögeln noch nicht bilden und will nicht ausschließen, dass ich nur den "richtigen Dreh" noch nicht gefunden habe. Was mir hier klar fehlt ist ein "Knopf" mit dem ich sofort zwischen den AF-Feldern und Fokusarten wechseln kann. Olympus - bitte mit lesen.

Gut, schnell und speziell

Vorläufig abschließend - der Autofokus ist sehr gut, sehr schnell und sehr speziell. Man muss ihn als Fotograf kennen lernen um mit ihm gut zusammen arbeiten zu können. Wer sich die Zeit nimmt, sich auf den Kontrast-AF der Olympus OMD Kameras einzustellen, wird seinen Spaß haben. Ich denke das lohnt sich denn die Ausrüstung ist vergleichsweise leicht, sehr flexibel konfigurierbar und viele mft-Optiken haben eine Qualität (bei kleinem Gewicht) über die ich immer noch staune.

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